Bericht zum 24-Stundenrennen in Grimma 2015. 

Geschrieben von Frank Marczynkowski 

Nun, das Ganze fängt ja mal mit der Dummheit des Jahres an. Da lässt man so im Flachs einen Satz wie „Wenn wir mit gleichem Gewicht fahren, wirst du gegen mich kein Land sehen.“, und schon hat man gleich einen harten Wettbewerb im Nacken. Mist, aus der Nummer komme ich jetzt nicht mehr heraus. Es wird also für das Training ein Fahrervergleich zwischen Daniel Beyersdorf und Frank Marczynkowski verabredet. Der Verlierer darf für den Rest der Saison Rennberichte schreiben. 

Mit Daniel Beyersdorf, Detlef Quade, Frank Corts, Thorsten Pellnath, Timo Matthiessen, Michael Gehrke, Stefan Lueßen und Frank Marczynkowski starteten wir am Freitagmittag Richtung Grimma. Den Freitag hatten wir für eine ruhige Anfahrt, gemütliches grillen und eine kleine Trainigseinheit auf der Rennstrecke eingeplant. Leider wurde unsere Planung durch die Verkehrslage etwas durcheinander gebracht, so dass wir auf das Training verzichteten. Dann musste halt das Qualifying zum Kennenlernen der Strecke und dem Wettkampf von Frank und Daniel ausreichen. 

Leider hatten wir eine zu hohe Erwartung in die Streckentechnik gesetzt. Es wurden nur die besten 30 von 32 Teams auf den Monitoren für die Qualyzeit, bzw. Rennpositionen angezeigt. Wir waren hierfür leider nicht schnell genug! Das hatten wir so nicht erwartet. Für den auf 100 kg aufgepumpten Daniel konnte eine 1:13,69 notiert werden. Für Frank mit naturbelassenen 107 kg wurden keine Zeiten notiert. Sie waren dennoch jenseits von Gut und Böse. 

Wir hatten es aufgrund einer kurzfristigen Aktualisierung des Reglements zum Rennen bereist geahnt: Die ursprünglich geplante Gewichtsklasse mit 100 kg Mindestgewicht ist entfallen. Wir waren die Einzigen, die dort starten wollten. Seltsam, warum nur? 

Dank Daniel (ohne Zusatzgewichte) konnten wir es in der letzten Qualyrunde mit einer Rundenzeit von 1:12,23 Min. doch noch auf die Monitoranzeige schaffen und erkämpften uns den 29. Startplatz. Die Bestzeit lag bei 1:10,74 Min., und die Plätze 1 bis 21 lagen innerhalb 1 Sekunde! Ein saustarkes Feld! 

Die Ehre des Startfahrers fiel diesmal nach einstimmigem Voting auf Timo Matthiessen. Nach Le Mans-Start wurde der Unfallschwerpunkt in der ersten Kurve problemlos passiert. In der Schikane auf der darauf folgenden Geraden ist es dann doch passiert: der erste Fahrer verlies unfreiwillig die Strecke nach dem er von Timo einen leichten Schubser erhielt. Timo verlor hierbei allerdings auch 2 Positionen, und wir sahen unser gestecktes Ziel einen Platz in den Top 30 schwinden. Die Temperaturen lagen am Samstag um die 24-27 C. Das war dann für Timo in Wechselwirkung mit der recht abgashaltigen Halle zuviel – nach 33 Minuten musste er auf Platz 32 legend vorzeitig das Kart an Daniel übergeben. 

Daniel fuhr gute 1:12er Runden und konnte uns auf Platz 31 vorfahren. Frank Corts, Thorsten Pellnath und Stefan Lueßen konnten zeitweise diese Position kurzzeitig (durch Kartwechsel anderer Teams unterstützt) halten. Die Position ist leider mit unserem nächsten Fahrerwechsel wieder verlustig gegangen, und wir konnten für den Rest des Rennens uns mit dem Platz 32 anfreunden. 

Für Frank Marczynkowski lief der Einstieg ins Rennen nicht ganz so problemfrei. In den ersten 2 Runden unterliefen ihm bei der Suche nach der optimalen Fahrlinie 2 Dreher, und bei seiner Rückkehr in die Box zur Übergabe an Detlef Quade übersah er den ersten von 2 Buzzern, so dass wir eine Zeitstrafe erhielten. Das hat ja anscheinend Tradition bei ihm). Detlef hat dann als Erster von uns die Rundenzeit von 1:12 Min. unterboten und setzte mit 1:11,84 die erste Duftmarke gesetzt. 

Aufgrund des ungeplanten frühen Endes von Timo’s erstem Stint wurde die ursprüngliche Planung der Fahrereinsätze umgeworfen und wir sahen uns aufgrund unserer Positionierung dazu genötigt einige Fahrer etwas länger am Stück fahren zu lassen. Daniel und Detlef erklärten sich dann bereit trotz der Wärme und der sehr stickigen Hallenatmosphäre jeder einen Stint von 2 Stunden zu absolvieren. Der wieder genesene Timo und Thorsten setzten längere Stints von 1,5 Stunden ein. Hierdurch konnten wir unsere geplanten Fahrerwechsel von 23 auf 20 reduzieren, und Frank Marczynkowski erhielt den Platz des Schlussfahrers. So konnte er wenigstens bei der Boxeneinfahrt keine weiteren Strafzeiten sammeln. 

Die Nacht verlief recht ruhig, außer man versuchte im Wohnmobil ein wenig Schlaf zu erhaschen. Wie dies allerdings einige andere Fahrer in der sehr lauten und inzwischen ultrastickigen Halle schafften bleibt ein Mysterium der 24 Stunden von Grimma. 

Zur Halbzeit des Rennens wurden die gesetzten Ziele auf die Vorgabe „zum Führenden nicht mehr als 50 Runden, und zum Vorletzten nicht mehr als 10 Runden Rückstand“ geändert. Das sah zu diesem Zeitpunkt auch noch gut aus, da wir nur 6 Runden auf Platz 31 und 23 Runden auf Platz 1 zurücklagen. 

Der Rest des Rennens war für uns dann nur noch ein Kampf mit dem eigenen Körper und dessen Verlangen nach Schlaf und Erholung. Die Temperaturen stiegen im Laufe des Vormittags auf knapp 30 C an. Der Stimmung tat das aber keinen Abbruch. Viele der pausierenden Fahrer und mitgereisten Anhängern gaben mit viel Applaus den fahrenden Kollegen Kraft noch einmal alles zu geben. Es wurde ein sehr knapper Sieg für das Team Streetfighter Essen mit 9,92 Sekunden Vorsprung. Für uns blieb es beim 32. und somit letzten Platz. Dennoch werden wir das Rennen aufgrund der tollen Stimmung unter den Teams und dem fairen Rennverlauf in guter Erinnerung bleiben.